Sauber verirrt!

An Wochenenden, an denen sonst nichts los ist, geht es jetzt immer mit dem Fahrrad, genauer, meinem Trike, los. Ich stehe am Samstag mittelfrüh auf, packe meine Ortliebtaschen mit Proviant, Campingkocher und Übernachtungsausrüstung für eine Nacht, lade alle Akkus und fahre ohne klare Zielvorstellung einfach los. Das ist mein Konzept von Freiheit.

Da der Isarradweg durch den englischen Garten führt, ist hier für mich eine ideale „Einsprungstelle“. Die erste Tour führte mich vor 2 Wochen entlang der Isar nach Freising. Für die Statistik: Tageskilometer jeweils 37,5. Rein landschaftlich war die Fahrt mittelprächtig, manchmal etwas eintönig. Ist vielleicht aber auch der Jahreszeit geschuldet. Die Vegetation ist noch kahl. Die Temperaturen etwas kühl…

So ist in etwa ein typischer Blick auf die Isar im Februar 2019.Den genauen Ort dieses Fotos weiß ich nicht mehr… Aber die Flagge macht sich gut…

Dieses Wochenende bin ich dann die Isar in die andere Richtung, also südwärts, gefahren . Die spannende Frage war dann: links oder rechts der Isar. Ich entschied mich bei der Hinfahrt für links. Dies entspricht zumindest bis Grünwald der offiziellen Route. Die Strecke führt dann auf schottrigen Teilstücken mehr durch den Wald als am Fluss ( Wenn man die wunderschöne Isarauen passiert hat) und ich mußte mehrere vereinzelte Fußgänger ungewollt etwas aufschrecken . Eine streng drein blickende Passantin kommentierte meine Vorbeifahrt mit den Worten : “ Gerne…“. Sie hatte sich für ihren Seitenschritt wohl ein enthusiastischeres Dankeschön von mir erwartet. Kurz vor Grünwald, an der Isarbrücke, am Kiosk entschied ich mich dann, die Flußseite zu wechseln. Ein folgenschwerer Fehler….

Nach etwa 30 min. Fahrt rechts der Isar stieß ich auf eine Anlage des Bayernwerks, wohl ein Wasserkraftwerk. Nachdem ich mehrer Schilder mit der Inschrift:“ Werksgelände, Durchfahrt verboten “ passiert hatte, war mir klar, dass ich den offiziellen Radweg verlassen hatte. Auf einem größeren Parkplatz, der von diversen Baumaschienen, Materialstapeln und älteren Wohnwägen besäumt war, stieß ich dann auf zwei sehr bayrisch anmutende “ Werksgelände Mitarbeiter „, jeweils bewaffnet mit Rollkragenpullover und Wollmütze,von denen der eine sich mir zuwandte. Mein offenes Geständnis:“ Ich habe mich hier wohl verirrt, …suche den offiziellen Radweg“ kommentierte er einleitend mit den Worten :“ Wohl sauber verirrt…“ und ergänzte dann sehr freundlich eine Wegbeschreibung. Ich fuhr dann rechts der Isar weiter und verließ den Fluß bei Schäftlarm. Die genaue Route findet Ihr hier https://www.komoot.de/tour/58356497?ref=itd.

Nach Schäftlarn ging es dann weiter Richtung Wolfratshausen. Dort hatte ich über Bett und Bike eine Unterkunft ausgemacht. Den Neu Wirt in Gelting. Der Name ist extrem logisch, weil es 200m weiter einen Gasthof gibt, der “ Alter Wirt“ heißt. Aber egal, ein super Laden, super Frühstück und sehr unkomplizierte Wirte. Empfehlenswert für alle Radwanderer!

Am Sonntag stand dann die Rückfahrt nach München auf dem Programm. Der zunächst leichte Niedelregen wurde im Laufe der Fahrt zu Dauerregen und die Strecke, rechts der Isar Richtung München zunehmend interessant:

Was ich gelernt habe:

– Schilder mit der Aufschrift: „Uferweg für Radfahrer nicht geeignet“ sind ernst gemeint

– Mein Trike ist zwar schwer, aber für mich noch grade über überschaubare Hindernisse tragbar…

– ein Taschenmesser mit kleiner Säge ist manchmal sehr hilfreich, um störrischeÄste zu beseitigen ( siehe den hellen Fleck beim Flaggenmast)

– Wenn Ortskundige empfehlen, umzukehren, sollte man das tun…

– eine Regenhose ist unverzichtbar.

An dieser Stelle mußte ich in der Tat auf Rat eines ortskundigen Wanderes umkehren und fuhr dann weiter auf der originalen Route des Isarradwegs, dessen Beschilderung ich für etwas suboptimal halte…

Kurz hinter Grünwald stieß ich dann wieder auf die Isarbrücke und fuhr ohne weitere Probleme zurück nach Hause.

Tageskilometer: 51,6. Neuer Rekord!

Mein Fazit:

– Weiterhin mag ich dieses Abenteuer Gefühl, unabhängig und frei unterwegs zu sein, ohne zu wissen, wohin der Weg die nächsten 20 min. hinführt und ohne zu wissen, wo ich schlafen werde

– das Trike funktioniert ohne Fehl und Tadel. Dank an Hp Velotechnik! Nur wenn der Akku leer ist, wird es etwas mühsam …

– wenn es wärmer wird, wird es noch besser werden. Aktuell sind nur weniger Radfahrer unterwegs. Kollegen mit Liegefahrrad bin ich dieses Wochenende leider gar nicht begegnet.

– es geht weiter.

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