Beobachtungsberichte und astronomische Events.

Astronomie macht so richtig Spaß, wenn man es zusammen mit Gleichgesinnten erlebt und seine visuellen Erfahrungen in einem Bericht für sich und Andere festhält.

Bericht vom ITV 2019

Das diesjährige ITV ist um. Es waren schöne, sonnige Tage mit mittelprächtigen astronomischen Ergebnissen. Wie immer standen das Miteinander und die Begegnungen im Vordergrund.

Zum Glück passte mein ganzes Astronomie Equipment, wie man sieht, ins Auto. Und mein treuer Camper Bene ( von Paul Camper gemietet ) war wieder mit von der Partie:

Ich erreichte Gedern am Mittwoch Abend gegen 9 nach den üblichen rund 500 km Autobahn bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mühsamen 76,8 km/h. Der Tank war leer und ich konzentrierte mich mit letzter Kraft noch darauf, mein Camping Leben zu organisieren und meinen arg leeren Magen zu füllen. Astronomisch konnte ich nichts mehr reißen., obwohl der Himmel einigermaßen klar war und mein netter linker Nachbar Matthias schon seinen 16er in Stellung gebracht hatte.

Am nächsten Morgen war dann der erste Moment für die Astronomie gekommen und mein Lunt Sonnenteleskop wurde erstmals mit der neuen Ayo II Montierung auf dem Berlebach Stativ vereint. Ein sehr nette Kombination.

Überhaupt war das ganze Setup mit dem Camper und der astronomischen Ausrüstung irgendwie stimmig und stimmungsvoll. Sieht man auch auf den Bildern, finde ich.

Beobachtungsbericht vom BTM 2018

Vom 9.8. bis 12.8. war heuer wieder das BTM, das bayrische Teleskopmeeting auf dem Osterberg bei Pfünz. Dieses Treffen wird von den Astronomiefreunden Ingolstadt und der Firma Intercon Spacetec (ICS) ausgerichtet und war schon letztes Jahr klares Highlight meiner Aktivitäten (siehe hier).

Diesmal hatte ich mich nicht zum Schlafen im Selbstversorgerhaus angemeldet, sondern war wie beim ITV mit einem Camper von Paul Camper unterwegs. Das kleine Schmuckstück hört auf den Namen „Bene“ und war für diesen Einsatz ideal. Dank dem eingebauten Mover läßt es sich super einfach manövrieren.

Auf dem Gelände angekommen habe ich mich dann in einer lauschigen Ecke platziert und eingerichtet:

Die erste Nacht war wegen Bewölkung leider astronomisch unergiebig.

Objekte: Jupiter, Saturn (4 Zoll ED Apo)

Den Aufbau des Hofheim habe ich mir wegen Regengefahr gespart.

Am folgen Tag (Freitag) stand dann Sonnenbeobachtung mit dem Lunt LS60 auf dem Programm:

Dieses Gerät stammt von Noctutec und liefert überragende Bilder. Alle Mitbeobachter und ich waren völlig geflasht.Auf der Sonne selbst war über das ganze BTM nur mäßig etwas los, aber die sichtbaren Potuberanzen waren knackscharf.😀 Ich werde jetzt zum Sonnenbeobachter.😎Die Montierung ist leider noch nicht ideal (😖Skywatcher Allview), hat zwar „solar tracking“ an Bord, ließ sich aber nicht überreden, sauber zu funktionieren…)

Für die zweite Nacht des BTM habe ich dann mein treuen Gefährten, den 12er Hofheim aufgebaut. Dieses Gerät stammt von Hofheiminstruments, und ist jetzt nach über 5 Jahren immer noch im Top Zustand:

Auch die digitalen Teilkreise funktionieren mit SkySafari sehr gut.

Objekte: M57, M31,Komet Giacobini-Zinner (Details hier), M13, M92, M14 und NGC 7662 im Andromeda.

Highlight der Nacht war der blaue Schneeball, NGC 7662 (Details hier), der als rundes bläuliches Fleckchen deutlich hervorstach.

Also insgesamt eine ergiebige Nacht, die ich erst abbrechen mußte, als die Okulare begannen zuzuutauen.

Am nächsten Morgen war dann das BTM in dichten Nebel gehüllt:

Und das mobile Equipment hatte ich fein im Wohnwagen verteilt:

Mein Dobson war morgens tropfnass, erholte sich dann aber tagsüber wieder:

Als kleine Erinnerung sind jetzt drei Wasserflecken auf dem Hauptspiegel.

Der Samstag tagsüber verlief dann angenehm entspannt, inkl. ausgiebiger Sonnenbeobachtung und einer ausgiebigen Platzrunde:

Erstes Bild: ATM Legende Timm Klose und sein 28` f3.1 Lowrider Dobson (!). Die Webseite unbedingt anschauen.

Die Beobachtungsbedingungen in der dritten BTM Nacht waren dann noch einmal deutlich verbessert.

Impressionen vom Gelände im schönen Altmühltal:

Objekte: M13, M92, M31, M11, M33, M17, M57, M51, M2, NGC 869, 884 (Double Cluster)

Bedingt durch die bessere Himmelsqualität war der Wild Duck Cluster (M11) für mich der Favorit des Abends, schön kompakt, im LVW 22 und 13 prächtig und beginnend auflösbar.

Der Sonntagmorgen nach der schönen Astronacht stand dann im Zeichen des Aufbruchs und des Abschieds. So langsam fühle ich mich als Teil der BTM Familie. Ein gutes Gefühl. Ich komme wieder! Es geht weiter.

Beobachtungsbericht 27.7.2018, Dachterasse in München,totale Mondfinsternis

Für den Freitag Abend war ein besonderes Ereignis angekündigt: Die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts. Geplant war, dieses Ereignis bei Freunden auf der Dachterasse zu erleben, mit Grillfleisch versteht sich.

Eine gute Gelegenheit, das etwas angestaubte Astronomie Equipment einzusetzen: Der Fahrstuhl war gut gefüllt und der Willkommensblick der Dame des Hauses angesichts der vielen Koffer und Taschen leicht irritiert.

Aufgebaut sah dann alles so aus:

Als erstes war die Venus kurz vor Sonnenuntergang sichtbar, dann begann das MondSpektakel.Wie angekündigt ging der Mon gegen 21:00 Uhr bereits verfinstert und gerötet auf, dicht gefolgt vom Mars.

Parallel zum Mond waren Jupiter und Saturn dankbare Objekte und knackscharf zu sehen. In meinem 4 Zöller ED Apo machen sich die LVW Okulare auch sehr gut, vor allem das 13 mm.

Spannend wurde es dann ab 23:00 Uhr, dem Ende der Totalität.

Die rötliche Verfärbung verabschiede sich langsam aber sicher, bis zu Schluß ein ganz normaler Vollmond zu sehen war.

Alles in allem ein toller Event mit bleibenden Eindrücken.

Beobachtungsbericht 7.4.2018, Kreuzleshöhe, 11grad, 54% Feuchtigkeit

Meine erste echte astronomische Aktivität 2018 sollte wieder auf der Kreuzleshöhe sein. Das erste echte Frühlingswochenende lockte mit sonnigen Temperaturen und versprach gute Bedingungen.Ich war der erste vor Ort und konnte die Bergstimmung voll auskosten:

Mein 12 Zoller war schnell in Stellung gebracht und dann begann langsam der Abend…

Rein aufbautechnisch ist mein guter Hofheimer keine Hürde mehr. Kniffelig ist nur die Hut Montage:

Das ging mit der lädierten linken Hand diesmal nur mühsam.

Abendstimmung:

Etwas später kamen noch Werner und Roland, beide mit 16 Zoll bestückt, und somit waren wir komplett.

Konzentration ist alles.

Nach einem krzen Blick auf die Venus, primär zur Justage vom Peilsucher, entschied ich mich für alte Bekannte im Fuhrmann. Dieses Sterbild beherbergt mehrere offene Sternhaufen, die ich schon früher gerne beobachtet hatte.

M37: sehr sternreich, mit dem 22er Okular, ca. 70fache Vergrößerung, schön aufgelöst, attraktive Sternketten sichtbar

M36: wirkt mit gleichem Okular dichter und kompakt

M38: liegt am Nördlichsten von den drei Sternhaufen, interssant strukturiert, wird in der Literatur als p– förmig beschrieben, was auch erkennbar ist.

Solche Objekte sind wie alte Bekannte, die Konstanz vermitteln, auch wenn das eigene Leben turbulent verläuft.

Nach den Objekten im Fuhrmann bot es sich an, kurz zum Zwilling zu schwenken. Dieses Sternbild gehört zu den klassischen Tierkreissternbildern und ist anhand der beiden Hauptsterne , Kastor und Pollux, gut am Himmel zu identifizieren.

M35 war dann als Anhängsel des nördlichen Astes gut zu finden.

M35: ein wunderschöner Anblick im 35er Okular. Dieser Haufen gilt als einer der sternreichsten Sternhaufen des Winterhimmels und liefert eine unerschöpfliche Anzahl von interssanten Sternenketten und –Formationen. Begeisterung.

Auch meine Mitbeobachter konnten sich dieser Ästhetik nicht entziehen und mein 12er performte wieder einmal beispiellos. Die Abbildung war über jeden Zweifel erhaben. Das sind einfach tolle Teleskope. (www. Hofheiminstruments.com).

Nachdem ich die vier Haufen intensiv beobachtet hatte, machten sich erste Müdigkeitserscheinungen bemerkbar. Zur Entspannung gönnte ich mir dann einen Blick auf die Pleyaden im 35mm Panoptik. Das funkelte mir so richtig entgegen. Dann huschte die ISS kurz über den Himmel.Vorgewarnt durch SkySafarie konnte ich sie kurz erhaschen. Eine willkommene Abwechslung.

Als Abbinder der Astronacht drängte sich mir dann ein klassisches Frühlingssternbild auf: Leo, der Löwe. Die Galaxien M65 und M66 waren im 35er Okular schnell gefunden, nicht jedoch NGC3628. Somit war das bekannte Triplett nicht vollständig..

M65: ovaler Kern mit diffusem Außenbereich, interessantentes v– förmiges Sternmuster anbei

M66: wirkt länglich in nord–süd–Ausrichtung bei ähnlicher Helligkeit.

Erstmals nach vielen Jahren habe ich mich an einer Zeichnung versucht. Diese ist aber nicht veröffentlichungswürdig und noch im Skizzenstadium.

Kurz vor Mitternacht musste ich mir dann eingestehen, dass ich mir die verbleibende Restkonzentration lieber für die 2h Autofahrt aufsparen sollte und packte zusammen.

Eine schöne Astronacht bei guten , nicht perfekten Sichtbedingungen und auch objektmäßig ergiebig. Labsal für die astronomische Seele.