Test astronomischer Geräte und Instrumente.

In unregelmäßigen Abständen erhalte ich die Chance, astronomische Gerätschaften zu testen.

Als Equipment Chunki ist das natürlich immer ein Fest. Auf dieser Seite schreibe ich dann zusammen, wie ich die Geräte erlebt habe.

Testbericht Helios Mistral WP6

Von der Firma Noctutec bekam ich zum Testen das Mistral WP6 von Helios, ein 10×50 Dachkant– Glas mit Bak–4 Prismen, das preislich der Einsteigerklasse zuzuordnen ist und für ca. 155€ erworben werden kann. Das Glas ist stickstoffgefüllt, wasserdicht und für den Einsatzzweck Naturbeobachtung konzipiert.

Unboxing

Beim Unboxing erkennt man als Lieferumfang neben dem Glas an sich auch Trageriemen, Reinigungstuch und Täschchen sowie eine für meinen Geschmack eher karge Anleitung.

Das Glas selbst ist angenehm kompakt und durch die aufgebrachte Konturierung in Vebindung mit der Kunststoffummantelung schön griffig. Objektivdeckel sind beiderseitig vorhanden. Das Fernglas wiegt ca. 1 kg ( Präzise: 858g bei 22,5Grad)und liegt damit ideal und ruhig in der Hand. Die Verarbeitung ist gut und wertig, aber nicht in der Perfektion höherpreisiger Ferngläser. Ich selbt besitze ein Fujinon Glas, das ist doch eine andere Liga.

Handhabung

Das 10×50 Fernglas wird ja häufig und gerne als Einstiegsdroge in die Amateur Astronomie oder als Schnellspechtelgerät gepriesen, weil diese Vergrößerung bei ruhiger Handveranlagerung noch ohne Stativ genutzt werden kann. Dies trifft auf das WP6 sicher zu: Es liegt gefällig in den Händen und die rastenden Stellungen der verstellbaren Augenmuscheln erlauben es gut, den für sich passenden Einblick zu finden.

Das große Paar Objektivdeckel ist etwas glücklos mit Ringen fixiert; das ist Runterrutschen mit Ansage. Der ungepolsterte Trageriemen könnte etwas breiter ausfallen und das Einfädeln braucht etwas Geduld, aber insgesamt hinterläßt das WP6 in der Handhabung einen runden und soliden Eindruck. Auch die Dioptrieneinstellung und Fokussierrung gehen geschmeidig von der Hand.

Abbildungbei Tag

Erste Versuche bei Tageslicht offenbaren eine sehr gute Abbildungsleistung. An ( Rand–)Schärfe, Kontrast und Farbwiedergabe gibt es nichts zu beanstanden. Die Farbtonalität ist eher warm. Gemessen am Preis eine wirklich beeindruckende Abildungsleistung. Für die Naturbeobachtung sehr gut geeignet.

Hier eine Impression aus dem Englischen Garten in München, wo ich die Testbeobachtungen ausgeführt habe.

Abbildung bei Nacht

Die Sichtverhältnisse hier in München waren seid November durchgehend katastrophal, so dass ich den astronomischen Test immer wieder schieben mußte. Vor 2 Tagen waren die Bedingungen dann erträglich, wenn auch nicht berauschend und ich war am abend im Münchner Stadtgebiet unterwegs. Meine Ergebnisse:

Die Sternenabbildung ist generell gefällig. Im Orion ließ sich M42 natürlich gut ausmachen und war in den Kernkonturen erkennbar. M78 konnte ich leider nicht beobachten. Dies ist wohl auf die Licht– Dunstglocke Münchens zurückzuführen. Das Glas zeigt insgesamt gutes Astronomie Potenzial, hätte aber unter besseren Bedingungen sich mehr glänzen können.

Fazit

Das Helios Mistral WP6 10×50 ist ein lohnenswertes Einsteigerglas mit hervorragendem Preis— Leistungsverhältnis. Als leichtes und kompaktes Beginner Glas für die Astronomie oder Naturbeobachtung ebenso geeignet. Oder als Zweit/ Drittglas des ambitionierten Hobbyastronomen, der genüßlich den Himmel durchsweepen möchte. Für den Preis macht man alles richtig und nichts falsch.

Dank an die Firma Noctutec, von der ich das Exemplar geliehen bekam.